Reisen und Träumen

Namibia Abenteuer- Reisebericht

Günstig noch einmal eine große Reise machen und dann etwas bodenständiger leben. Das war der Plan nachdem alle Jahre mit kleinen und großen Reisen in kleine Stücke geschnitten wurden. so läßt sich ein Arbeitsjahr auch viel besser aushalten. Das gefühltermaßen ungefährlichste Land für Individualreisen scheint Namibia zu sein. So war zumindest meine Einstellung  um mit Frau und Schulkind in den Winterferien 10 Tage Abendteuer zu leben. Bei der Buchung ging es nach folgenden Kriterien 1. es darf günstig sein 2. so gemütlich und zentral wie möglich 3. maximale Abendteuer und so viel wie möglich sehen. Hotelauswahl, das Zweitbilligste weil das Billigste zu weit außerhalb von Windhoek lag und dann noch Swakopmund, dort auch die billigste Pension die zu kriegen war. Swakopmund liegt an der West Coast, nördlich von Walvis Bay. Dort sollen besonders viele deutschsprachige Namibier leben und es soll sehr gemütlich sein.

Namibia Landkarte

Namibia- alle wichtigen Touristenziele

Abflug, natürlich von FAM, dort wo viele Afrikaner sind, dort müßte der Flug beginnen. Irrtum, nur ganz wenige Afrikaner dabei. Das Flugzeug hat schon einige Flugkilometer hinter sich aber das Personal ist ausgesprochen entspannt. Ja, der Hinflug wird richtig lustig. Meinem plötzlichen Appetit auf guten Kognak wird voll entsprochen. Namibia auch deshalb, weil wir uns mit keiner Zeitverschiebung, wie bei unserem Zweitfaforit Costa-Rica, rumschlagen müssen. Ankunft 8 Uhr in Windhoek. Beim Landeanflug spiegelt sich die Morgensonne in vielen kleinen oder größeren Pfützen, na gut, sehr großen Pfützen, wieder. Es sind etwas weniger als 30 Grad, Anfang Februar. Riesige Falter und Nashornkäfer empfangen uns.

Wir werden abgeholt. Ein deutschsprachiger Südafrikaner mit Namibischen Pass steht mit einem großen Schild bereit. Wir sind die erste Touristenwelle sagt er und würden 100%ig wiederkommen. Wir sind seine ersten Gäste in seinem neuen Auto. Tatsächlich hat hier vor uns noch niemand dringesessen. Angenehme Reise in die Stadt. Ein Schrotthaufen kommt uns entgegen, das war mein Auto, Er grüßt,. OK. Hotel, ich hätte gar nicht gedacht das für so wenig Geld so ein super nobles Spitzenhotel zu kriegen ist. Egal wir freuen uns auf die Dusche und ein wenig Ruhe. Ein sehr freundlicher Portier

Relaxen

Hotel

checkt uns wahnsinnig lange ein. Geschafft. Toll! In das Stadtzentrum fährt ein Schattelbus, den benutzen wir auch. Der Sonntag ist den Namibiern heilig wie bei uns Weihnachten. Im Stadtzentrum erfahre ich das ich für alles verantwortlich bin. Du hast uns hier her gebracht, also führe uns! Stimmt, da komm ich die ganze Reise nicht drum rum. Es gibt genug zu besichtigen auf der Independencstreet. Wir werden angesprochen, deutschsprachige Namibier aus der DDR, davon hatte ich vorher gelesen.

Wir sollen für ein Ausstellungsprojekt spenden und außerdem wären wir ja Landsleute da er in Schwerin aufgewachsen wäre. Hm. Wir spenden…das wäre aber wenig, …ist doch sowieso Schwindel denken wir. Ist es auch, aber alle nehmen es gelassen und plaudern gern. Die Touristeninfo hat geöffnet und wir nehmen alles was wir an Informationen kriegen können. Und besichtigen alles was fußläufig und vermeintlich ungefährlich zu erreichen ist. Wir fühlen uns richtig wohl, schön hier. Alle sind sehr nett und bis wir alles durch haben ist der Nachmittag weg. Wir bereiten den nächsten Tag vor. Sonntag sollte man definitiv nicht anreisen, aber wer weis das schon? Unser Hotel ist nicht zu toppen, schlafen wie vom Blitz gefällt. Es blitz tatsächlich und ein Blitz sticht mir morgens voll ins Auge, ich dachte mich fotografiert einer. Frühstück wie im Schlaraffenland, alles wird wunschgemäß zubereitet und der Kaffee wird nachgeschenkt.

Auf in die Stadt, wir nehmen ein Taxi das vor der Tür steht. 5 Euro. Taxi kostet immer 5 Euro. Herrmann heist unser Fahrer, natürlich mit Visitenkarte. Geld tauschen, Stadtrundfahrt und Joe,s Bierhaus. Eine Runde fährt gerade, wir müssen 3 Stunden warten. Das ist OK. Stadtrundfahrt gibt es erst seit Heute? oder Gestern? Wir haben Glück, es stand nämlich im Reiseführer das es Keine gibt. Doppelstockbus, wir sind nur zu dritt. Der Inhaber, ein Ovambo, spricht besser deutsch als ich, hat lange in Hamburg studiert. Er macht das richtig professionell, super.

Die Februarsonne brennt fürchterlich.

Alle Teile der Stadt werden

afrikanischer Markt

durchfahren. Auch wenn das Häuschen noch so bescheiden ist, alles ist entspannt und übersichtlich. Das SOS Kinderdorf wird uns auch gezeigt. Aids wäre nicht so das Problem wie es in Deutschland dargestellt   wird. In der Nähe der Christuskirche eine Gruppe Chinesen, Bauarbeiter die hier ein imposantes Hochhaus errichten. Die künftige Nationalgalerie. Brauerei, Gymnasium, Krankenhaus, Schlachthof und Geschichte der Stadt und vieles mehr.

Die  Stadtrundfahrt war einfach unglaublich, mehr Informationen und Emotionen können wir im Alleingang  niemals erlangen.                                                             Wir entspannen uns im ZOO–Park auf dem butterweichen Rasen.  Wir wollen uns mit der Taxe zu Joe,s Bierhaus fahren lassen.

Sonntag in Windhoek

Wilhelminische Bauten und Hochhäuser

Haben die überhaupt geöffnet?         Unsere „Landsleute“ wissen es nicht und wir lassen anrufen, nein, erst Abends. Macht nichts.               Im Hotel rufen wir unseren Taxi-Herrmann an. Keiner da.                                                               Jetzt entdecken wir das das Hotel einen zweiten Komplex hat, dort steht das Taxi und den hatte ich auch gebucht.                                   Wenn das mal keinen Ärger gibt!   Das können wir jetzt auch nicht mehr ändern, bleibt eben kein Taschengeld.

Erst mal großartig Essen gehen,nach uns die Sintflut….Unseren Urlausplan lassen wir uns damit nicht  vermiesen. Wir freuen uns auf ein leckeres Abendessen und natürlich ein frisch gezapftes großes Windhoek-Lager.  Die ganze Welt trifft sich hier im Bierhaus, alles ein Erlebnis! Das gesamte Fleischsortiment ist einfach exzellent. Traumsteak.

afrikanisches Menü,  Kudu oder Zebra?                        

 

Wir brauchen etwas gegen Schnupfen und jetzt hat auch wirklich alles geöffnet. Herr S. von der Apotheke berät uns welche Ranch in der Umgebung wohl die Beste wäre und wer den besten Löwe hätte. Wir müssen heute unser Auto holen obwohl ich gar keine Lust auf Linksverkehr habe.

Ich bin schon mal in England mit eigenem Auto unterwegs gewesen wird mir vorgehalten, das war aber meins und hier sitze ich auf der falschen Seite. Bis jetzt dachte ich ,ich habe vor nichts Angst.

Das Auto haben wir in Klein(Weis)Windhoek geholt und wir entscheiden uns für die Ranch Okapuka.                                                                                                                     Unterwegs Straßensperre und Kontrolle.

Ranch

Die Ranch erweist sich als das Paradies auf afrikanisch. Ein Ehepaar hat hier schon sehr oft Urlaub gemacht und ist inzwischen mit dem Personal verwachsen. So grün wie jetzt war es sehr selten, die Löwenfamilie stammt aus Botswana, Menschenfresser sollen das sein

Löwe

 

und viele anderen Fakten. Beneidenswert. Vielleicht fehlt auf Dauer doch ein Kick. Auf jedenfall eine traumhafte Atmosphäre. Wir bleiben bis zum Abend.                        Die Straßenkontrolle hat Feierabend.

Zurück zum Hotel. Wie immer habe ich mir nur die Himmelsrichtung gemerkt. Das wird jetzt echter Stress, einigemale die selbe Straße, Kreuzung und Schotterstraße. Durch ein eng bebautes Wohnviertel, über eine große Straße …wir sind drin. Reiner Instinkt..

Übersichtliche Kreuzung

Übersichtliche Kreuzung

Katutura, übersichtliche Kreuzung

Kunstmuseum

Einige Sehenswürdigkeiten fahre ich noch an, Bahnhof, Kirche, Museum dann Richtung Süden. Ich will hier nicht mehr Auto fahren. Wozu haben wir eigentlich unser super Hotel. Wir wissen sowieso nicht wie das ausgeht. Ich seh mir mal das Gästebuch an. Deutsche, ist ja klar, Amis, Russen, Chinesen, Pakistani, Kenia, Nigeria und weitere. Aha.
Ich wünsche mir das alle die hier sind das auch schätzen. Gern würde ich mich irgendwo bedanken.

Auschecken, alles ok, besuchen sie uns wieder. Wieder? Warum haben die uns das gegeben? Gott sei Dank!!!

Unsere Reise führt uns nach Okahandia,  Volltanken, das ist ein Akt für sich. Großer Kunstmarkt. Kleine Stadtundfahrt, Militärmuseum, wir sind geschockt. So schwere Waffen waren hier im Einsatz! Ich dachte das war Partisanenkampf.  Einer hängt mir die ganze Zeit auf der Stoßstange, ich biege genervt ab. Voll auf die Gegenfahrbahn. Nichts los, zum Glück. Auf die große Piste und los. Jetzt fahre ich wieder gern. Zu Okahandia gäbe es noch viel zu sagen. Wir haben den ganzen Tag Zeit für die 350 km.

Termitenhügel
Termiten

Termitenhügel an der Straße

Die Affenherde im Bild festzuhalten war gar nicht so einfach weil das die totale Überraschung war. Mindestens 25 Affen, alle Größen. auch auf der Straße. Affen haben  immer Vorfahrt und stehen uneingeschränkt unter Naturschutz! Es geht zwar nur gerade aus dafür ist es wunderschön, Wetter, Landschaft, Stimmung, Baustellen und alles was auf uns zu kommt. Nach lange Nichts kommen wir nach Karibib. Es lohnt sich hier zu verweilen . Natürlich deutschsprachige Bürger.  Auch hier eine tolle Atmosphäre.  Weiter geht es und das Klima schlägt völlig um, brütend heiß. Das Auto ist der sicherste Ort. In Usakos verfahren wir uns das erste mal. Bitte nicht mit diesem Auto. Selbst wenn das die richtige Straße wäre, hier fahr ich nicht lang. Zurück. War doch ganz leicht, träumen darf man auch hier nicht. Für uns beginnt der längste Abschnitt, gefühlte 200 km Wüste, schmale Straße,Herzklopfen erlaubt. Telegraphenmasten, Tausende…geschafft.   Pension schnell gefunden. Alles top. Das Schönste, 25 Grad und nur 100 Meter bis zum Meer.

Pension Herzlich Willkommen in Swakopmund
Pension

Swakopmund Pension

Bis zum Schlafen- gehen noch auf  ein kleines Abendteuer in der Stadt und gute Nacht.  Wir schlafen wie im Vollrausch, herrlich.   Um 9 ist Frühstück , wirklich? Pünktlich ? Wir sollen gleich unseren ganzen Aufenthalt voll verplanen und was wir überhaupt alles machen wollen? Der Wirt denkt wirklich wir haben in Deutschland  schon jede Stunde verplant. nein, haben wir nicht. Die Rössigmine will ich sehen,  wieso? das wäre doch nichts. Die Besichtigung ist immer nur Freitags und muß angemeldet werden.  Schade, das schaffen wir nicht mehr. In die Wüste sollen wir fahren. Nein nein, Wüste war erst mal genug. Zum Glück spricht unser Wirt schlecht deutsch. Ich verstehe ihn schon aber wir wollen Urlaub machen und keinen Stress. Eine Walsafari ist nach unserem Geschmack. Gut, er soll bestellen. Die Stadt ist hübsch und voll auf Touristen eingestellt. Lange keinen Einkaufsbummel gehabt.

Wilhelminisches Stadtviertel

Wilhelminisches Stadtviertel

Angebote für Touristen
Touristenangebote

Walsafari ist gebucht und unsere erste Ausfahrt führt uns nach Walvis Bay über Loung Beach, Düne 7 mit riesigerer Quard-Biker Anlage, Salzhafen und richtiger Hafen. Jedes Haus mit farbigen Bürgern ist beflaggt und alle sind schick angezogen. Feiertag? Wir hören es auf der „Deutschen Welle“ Zwanzigster Jahrestag der Haftentlassung von Nelson Mandela.

Walvis Bay Tourism Centre

Walvis Bay Tourism Centre

 

Wir verirren uns, aber nicht allein. Andere Touristen stochern auch im Nebel.           Walvis Bay  wirkt wie eine sinnlos verbaute Fläche, mehr war in der kurzen Zeit nicht wahrzunehmen.                                    Eigentlich schade, denn hier gibt es relativ viele Arbeitsplätze und die Bucht ist wunderschön und hat ein riesen Potential..

 

Flamingokolonie

Flamingokolonie

Hafen für Touristenboote

Hafen für Touristenboote

Am Abend besuchen wir das renomierteste Restaurant, wo wir uns sogar vorher anmelden sollen, machen wir natürlich nicht. Perfekt. die Einzige Weise am Einlass, voll ätzend.

Wir werden früh abgeholt, Touristen einsammeln. Die Botswaner aus unserer Pesion fahren auch mit. Rauf aufs Boot. Eine namibische Jugendgruppe mischt unsere angetrocknete Touristengruppe voll auf. Ein Namibier ohne Visitenkarte geht überhaupt nicht. Der Bootsmann sorgt für Stimmung und Vollverpflegung. Eine Robbe besucht uns, ganz schön verfressen und gebissen werden möchte man von der auch nicht. Wo sind denn nun die Wale? Wale? Robben und Delfine, ja die gibt es. Und reichlich Getränke.

Die Botswaner trinken keinen Alkohol, aber wir …und die Namibier sowieso. Austern mit Champagner, lecker.

Walsafari, wer braucht schon einen Wal

Walsafari, wer braucht schon einen Wal (1)Walsafari, wer braucht schon einen Wal

Natürlich bekommen wir Delfine zu Gesicht und Robben, mehr als genug. Nebenbei noch interessanten Smalltalk denn wir sind nicht allein und das war uns auch das Liebste. Ein russischer Frachter ankert vor uns und irgendwo in der nahen Ferne liegt ein Frachter auf Schrott. Das gibt es also auch. Jeden Tag kaufen wir die südlichste deutschsprachige Tageszeitung der Welt. In Namibia wurde gerade der Grundstein für das größte Zementwerk Afrikas gelegt. Eines ist sicher, ohne Naturschutzgesetze gäbe es kein einziges wildes Tier mehr. Wir sind down. Bis zu unserer Pension werden wir gefahren und das ist auch gut so. So eine Walsafari ist nämlich ganz schön anstrengend. Sind die Gäste zufrieden freut sich der Wirt.

In Namibia haben die extra eine Vorrichtung um die Kaffeesahne für den Frühstückskaffee heiß zu halten, toll. Egal, der Kaffee schmeckt wie das Trinkwasser. Am Strand finden wir eine windgeschützte Wiese. Kückis Pub ist noch erwähnenswert, sollte man besucht haben. Swakopmund hat das beste Museum Afrikas, ja das kann stimmen. Marinemuseum ist auch sehr interessant und das Highlight ist das Mineralien Museum und das hatte ausgerechnet geschlossen, doofer Sonntag.

Museum Swakopmund

Das Flugzeug für den Rückflug war wesentlich moderner, das Personal um einiges Förmlicher. Ein Fluggast hatte eine Halskrause. Mit Toyotajeep überschlagen, kann ich mir gut vorstellen.

Jeder hat seinen eigenen Plan für einen Besuch in einem fernen Land. Es waren genug Touristen in unserer Pension oder das Superhotel in Windhoek, die wie auf der Flucht von A nach B gerast sind und den ganzen Urlaub im Sitzen im Auto verbracht haben, denn anders sind die riesen Strecken nicht zu schaffen. Warum nicht? Über Hundert Bilder warten noch darauf veröffentlich zu werden und noch mindestens hundert kleine Geschichten, zum Beispiel“Volltanken“oder ein Treffen mit farbigen Mitarbeitern aus Walvis Bay und Swakopmund. Wie unser Fahrer am ersten Tag schon sagte“ sie kommen wieder!“. Ja, und dann bestimmt Etoscha und Caprivistrip.

Kaspar Hauser

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.