Mehr lesen

Ein Buch lesen mag für viele selbstverständlich sein und es ist auch einfach dahin gesagt. Aber gerade in der immer schneller werdenden Zeit wird es zunehmend schwerer sich auf das Lesen an sich einzulassen. Wörter rasen vorbei, Interpunktion kann nicht erfasst werden – immer auf der Suche nach dem nächstem Schlagwort.

Je schneller die Schlüsselwörter erfasst und kombiniert werden, desto schneller gelangt der Leser an die Information und der Text kann als „gelesen“ abgehakt werden. Der beiläufige Rest geht da schnell verloren.

"mehr lesen" - so gesehen in Leipzig

„mehr lesen“ – so gesehen in Leipzig

Was wäre nun aber, wenn die Aufforderung „mehr lesen“ nicht für die Quantität des Lesens gilt, sondern für die Qualität. Einfach mehr vom Text mitbekommen und sich darauf einlassen.

Gerade unsere Methoden, wie wir etwas lesen, haben sicher einen starken Einfluss. Niemand würde wie vom Wahnsinn getrieben die Seiten in einem Buch im Sekundentakt umschlagen. Auf einer Webseite allerdings, da fällt das sehr leicht. Dem Scrollrad und -balken sei Dank. Wer beim Überfliegen nichts findet, kann ja noch die Tastenkombination „Strg + F“ bemühen. Wenn ein Text nicht ausreichend strukturiert ist, wird am besten gleich auf „Zurück“ geklickt und das nächste Suchergebnis von bing aufgerufen.

Einen Schnitt zu finden und einfach ein Buch in Ruhe genießen, fällt da nicht leicht. Sei es auch ein E-Book auf einem entsprechendem Reader. Vielleicht entwöhnt man sich auch einfach von dieser Art sich unterhalten zu lassen bzw. zu lernen.

Wer sich ein Buch nimmt und es sich gemütlich macht und dann einen fragenden Gesichtsausdruck bei sich bemerkt und sich suchend im Raum nach seinem Smartphone umsieht, sollte sich wirklich Gedanken machen.

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